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Fundraising & Crowdfunding

Zu jeder guten Spendenaktion, die für einen Verein oder Verband durchgeführt wird, gehört ein gut durchdachtes und ausgearbeitetes Fundraising- oder Crowdfunding-Konzept. Dabei geht es darum, Spender zu gewinnen und die Finanzierung im Verein zu erleichtern. Die Kampagnen können entweder fortlaufend, oder aber für bestimmte Zwecke und Projekte durchgeführt werden. 

 

Was die Begriffe Fundraising und Crowdfunding genau bedeuten, worin Unterschiede bestehen, und was bei der Durchführung beachten werden sollte, um erfolgreich Sponsoring-Partner zu generieren, erfahren Sie hier.

Weitere Bereiche unserer Wissensdatenbank:

1. Unterschiede im Fundraising & Crowdfunding

Zunächst sollten sich die Mitglieder des Vereins oder Verbands mittels interner Vereinskommunikation entscheiden, ob eine Fundraising- oder eine Crowdfunding-Kampagne durchgeführt werden soll. Durch die digitale Kommunikation, und durch neue Technologien verschwimmt die Grenze zwischen den beiden Konzepten zunehmend. Dennoch gibt es einige Unterschiede, die im Folgenden erläutert werden.

 

a) Fundraising

Übersetzt man das Wort „Fundraising“ ins Deutsche, so ist hiermit einfach „Spendensammlung“ gemeint. Begonnen haben Fundraising-Kampagnen offline, sprich analog, über beispielsweise Spendenläufe oder Benefizveranstaltungen. Der Sinn dahinter war, Mittel für gemeinnützige Organisationen und politische Kampagnen einzuholen. Diese Art des Fundraisings wird heute eher weniger durchgeführt, ist aber dennoch als Teil der Gesamtstrategie wichtig.

 

Mit der Digitalisierung und den sozialen Medien hat sich Fundraising zunehmend ins Netz verlagert. Hierfür gibt es diverse Online-Portale, über welche Vereine Spenden sammeln können. Dabei werden ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt.

 

Für Fundraising-Kampagnen wird kein bestimmter Zeitrahmen benötigt. Es kann zwar ein Ziel angegeben werden, welches im Optimalfall erreicht werden soll, dieses ist aber keinesfalls bindend. Außerdem erfolgt Fundraising immer ohne Gegenleistung.

 

Der Vorteil am Fundraising ist, dass alle Gelder, die gespendet wurden, auch sicher behalten werden können.

 

b) Crowdfunding

Übersetzt man den Begriff „Crowdfunding“ ins Deutsche, so wird meistens von „Schwarmfinanzierung“ gesprochen. Hierfür ist eine Gruppe von Menschen nötig, die finanzielle Unterstützung für persönliche Projekte, oder auch Geschäftsideen zur Verfügung stellt.

 

Bei Crowdfunding-Kampagnen wird immer ein fester Zeitraum mit einer Frist angegeben, bis wann der gewünschte Zielbetrag erreicht sein sollte. 

Hier gilt das „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Wird der zuvor festgelegte Betrag nicht erreicht, platzt das Projekt und alle Unterstützer bekommen ihr Geld in vollem Umfang zurück.

 

Der Vorteil bei dieser Art der Finanzierung ist, dass sich gleichzeitig schon abzeichnet, ob das Projekt in der Öffentlichkeit Anklang findet und die öffentliche Kommunikation ihre Wirkung entfaltet. Hat der Verein die volle Summe finanziert bekommen, ist er außerdem auf der sicheren Seite – das Projekt kann in jedem Fall umgesetzt werden.

 

Beim Crowdfunding gibt es eine Option auf Gegenleistung. Hierbei kommt es auf die Art des Crowdfundings an. Für potenzielle Unterstützer ist dies ein attraktiver Anreiz. Ebenfalls wird somit eine Verbindung zwischen Verein und Projektunterstützern geschaffen.

 

Gut zu wissen: Durch den festen Zeitrahmen und das „Alles-oder-Nichts-Prinzip“ ist Crowdfunding für Außenstehende transparenter. Allerdings ist das Risiko hier deutlich höher, als beim Fundraising. Es besteht die Möglichkeit, dass der Verein einen Totalausfall der bereitgestellten Gelder erleidet.

 

2. Strategien des Fundraisings

Um erfolgreiche Fundraising-Kampagnen durchzuführen, sind effektive Strategien wichtig, die dem Verein oder Verband bei der Umsetzung helfen. Zielgruppenspezifische Marketingkanäle sind hierfür ausschlaggebend. 

  • Pflege der Vereins-Website: Lässt sich die IBAN des Spendenkontos unkompliziert kopieren, ist es für die Spender einfach, diese in ihr Online-Banking-Portal zu übertragen. Mit einer passenden Vereinssoftware kann ein Überblick gewahrt werden.
  • Einrichtung eines Spendenformulars: Verschiedene Banken und Dienstleister bieten solch eine Möglichkeit mit individuellem Design an.
  • Soziale Medieneinbinden: Hier kann das Projekt geteilt werden, der Verein kann in den Austausch mit der Öffentlichkeit gehen. Zudem gibt es eigene Netzwerke von Organisationen, die Zugang zu großen Firmen und Unterstützern bieten. Hier bekommen Sie direkt Rückmeldung.
  • Spendenplattformen: Große Anbieter wie betterplace.org oder HelpDirect.org sind ideal, um Projekte übersichtlich darzustellen. Der Ablauf funktioniert denkbar einfach. Der Link zum Projekt kann über Social Media verbreitet werden.
  • Spendenshops: Der Prozess des Online-Shoppings, und das damit einhergehende gute Gefühl, kann simuliert werden. Die Spender „kaufen“ sozusagen die Spende mit einer typischen Kaufabwicklung eines Onlineshops. Natürlich können beispielsweise auch Merch-Artikel angeboten werden.
  • E-Mail-Marketing und Newsletter-Marketing: Hierüber kann gezielt gesteuert werden, wann die potenziellen Spender erreicht werden sollen und welche Inhalte ihnen gezeigt werden. Auch Menschen, die normalerweise online-affin sind, können durch E-Mail-Marketing und Newsletter erreicht werden. Über Newsletter können die Spender außerdem persönlich angesprochen werden.

 

Bei allen Strategien sollten stets vier wichtige Grundpfeiler beachtet werden, die für Unterstützer eine große Rolle spielen. 

  1. Klarheit: Sie müssen auf den ersten Blick darstellen, was Ihr Verein oder Verband macht und was genau eine Spende bewirken würde.
  2. Glaubwürdigkeit: Richten Sie die Kampagne so aus, dass Spender das Gefühl bekommen, Ihnen vertrauen zu können. 
  3. Exklusivität: Was unterscheidet Sie von allen anderen Organisationen? Warum ist gerade Ihr Projekt besonders?
  4. Attraktivität: Warum sollten Spender gerade in Ihr Projekt investieren?

 

3. Strategien des Crowdfundings

Die zuvor aufgelisteten Strategien des Fundraisings lassen sich ebenfalls auf das Crowdfunding übertragen. Zusätzlich lässt sich das Crowdfunding in verschiedene Untertypen gliedern. Bevor eine Kampagne gestartet wird, sollte sich der Verein für eine Crowdfunding-Art entscheiden, um zielgruppengerecht zu kommunizieren und folglich den größten Erfolg einzufahren.

 

a) Arten

  • Klassisches Crowdfunding (reward-based Crowdfunding): Der Schwarm, beziehungsweise die „Crowd“ erhält bei dieser Art eine unentgeltliche Gegenleistung. Dies kann ein Produkt aus einem Spendenshop sein, oder ein kleines Dankeschön wie eine E-Mail.
  • Spenden Crowdfunding (donation-based Crowdfunding): Bei dieser Art wird das Geld einfach nur gespendet, ohne jegliche Gegenleistung.
  • Crowdinvesting (equity-based Crowdfunding): Es wird eine Investition getätigt, die einer eigenkapitalähnlichen Beteiligung ähnelt. Für die Investition erhalten die Unterstützer eine Rendite. 
  • Crowdlending (lending-based Crowdfunding): Die Unterstützer vergeben einen Kredit an den Verein. Dieser wird zu gegebener Zeit verzinst zurückgezahlt.

 

 b) Bessere Auffindbarkeit im Netz

Um sich nicht allein auf die sozialen Medien verlassen zu müssen, sollten Sie ebenfalls auf diverse Online-Marketing-Strategien zurückgreifen. Dies steigert Ihre Sichtbarkeit für Investoren. 

  1. SEO (Suchmaschinenoptimierung): Der Einsatz von SEO ermöglicht Ihnen eine langfristige Möglichkeit, Ihr Projekt in der Google-Suchmaschine möglichst weit oben zu platzieren. Suchen mögliche Spender bei Google nach Projekten, die mit Ihrem in Zusammenhang stehen, wird Ihr Projekt mit als erstes angezeigt. Um dieses Ziel zu erreichen, zählen Faktoren wie Keywords, bestimmte Längen von Texten und viele andere Details. ehrenamt24 berät sie gerne ausführlicher hierzu. 
  2. SEA (Suchmaschinenwerbung): Wollen Sie den Prozess des Spendens etwas schneller vorantreiben, ist SEO womöglich zu aufwändig. In diesem Fall kommt Ihnen SEA gelegen. Es werden Werbeanzeigen in Suchmaschinen wie Google geschaltet, die in kürzester Zeit auf Ihr Projekt aufmerksam machen. Der Vorteil ist hier, dass bestimmte Zielgruppen angesprochen werden können. 
  3. Optimal ausgerichtete Fundingpage: Haben Sie es mit den zuvor beschriebenen Kategorien geschafft, mögliche Unterstützer auf Ihre Seite zu bringen, zählt nun der erste Eindruck. Wichtig ist die Übersichtlichkeit durch Absätze und Überschriften, Wiedererkennungswerte durch Logos o.Ä., sowie die Nutzung von Bildern, Videos und Statistiken. 
  4. Nutzen Sie Tracking: Um zu sehen, ob Ihre Strategien aufgehen, sollten Sie Tracking-Daten nutzen und die Reichweite des Projekts analysieren. Nur so können Sie Verbesserungen anstreben.

 

Wichtig: Bei den vielzähligen Strategien, die hauptsächlich im Online-Bereich liegen, sollten Offline-Aktionen trotzdem nicht vernachlässigt werden. Vor allem Projekte mit einem sozialen Kern benötigen Aufmerksamkeit in Form von analogem Kontakt zu möglichen Unterstützern. Weiterführend kann es nützlich sein, im Vorhinein andere Fundraising- und Crowdfunding-Kampagnen zu unterstützen, um sich Strategien abzuschauen. Auf diese Weise bekommen Sie ein besseres Gefühl für die Prozesse hinter dem Projekt. 

 

4. Fehler & Missverständnisse

Fundraising und Crowdfunding scheint im ersten Moment einfach umsetzbar zu sein. Oft werden während des Prozesses jedoch Fehler gemacht, die durch Missverständnisse entstehen und leicht umgangen werden können.


Welche Fehler Sie umgehen sollten:

  • Zu hohe Ziele setzen / Selbstüberschätzung.
  • Social Media ablehnen / erst damit beginnen, wenn die Finanzierung startet.
  • Urlaub im Finanzierungszeitraum machen.
  • Die Story hinter dem Projekt nicht persönlich genug darstellen. 
  • Sich ausschließlich auf die Plattform verlassen. Der Verein muss auch selber ein umfangreiches Marketing betreiben.

 

5. Tipps

Mit diesen Tipps kann Ihre Kampagne ein Erfolg werden:

  1. In Dialog mit den Spendern gehen / Öffentlichkeitsarbeit ist der Schlüssel.
  2. Im Vorhinein online eine Community aufbauen.
  3. Offen sein, die Geschichte des Vereins zu erzählen.
  4. Bei Websites die Tauglichkeit für mobile Endgeräte beachten.
  5. Bewegtbild einbauen: Die sozialen Medien bieten ideale Möglichkeiten, den Verein und das Projekt mit Videos o.Ä. in den Fokus zu rücken.

 

6. Fazit

Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass es nicht „die Eine“ Strategie für Ihre Fundraising- oder Crowdfunding-Kampagne gibt. Deshalb sollten Sie auch keine ganzheitlichen Strategien von anderen Projekten übernehmen. Inspiration einholen ist eine gute Möglichkeit, um eine Basis zu haben. Alles weiter sollte der Verein jedoch individuell ausarbeiten, gestalten und konzipieren. Nicht alle hier aufgelisteten Strategien müssen zwingend umgesetzt werden. Oft reichen auch schon wenige Maßnahmen, je nachdem, welches Ziel sich der Verein setzt.

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